Bild, welches den Grundriss des Projekts Quartiersentwicklung
Tübingen von Heinle, Wischer und Partner farblich darstellt.

Zusammenleben

Quartiers­entwicklung
Tübingen

»Im Herzen der Stadt befindet sich eine Terra incognita, die fast keiner kennt. Das ist, positiv betrachtet, eine große Chance: Ein Quartier mit einem unglaublichen Potential, das der Stadt zurückgegeben werden kann.«
Edzard Schultz, Architekt
Heinle, Wischer und Partner Freie Architekten
 

Kontext

In Tübingen verbindet sich eine jahrhundertealte Klinikgeschichte mit dem bis in die Gegenwart reichenden Anspruch, ein international renommierter Standort für medizinische Forschung zu sein. Im Laufe der Zeit haben sich dabei sowohl die verschiedenen Kliniken als auch die städtische Umgebung, in die sie eingebettet sind, massiv verändert. In der Mitte der Stadt, im Dreieck zwischen dem Klinikareal auf dem Schnarrenberg, der Universität im Tal und der historischen Altstadt, ist ein Gelände entstanden, das heute trotz seiner vielseitigen Verbindungen in die Stadt fast hermetisch von ihr getrennt zu sein scheint. Der iterativ entwickelte Masterplan für die städtebauliche Entwicklung fokussiert die Einbindung des Geländes in den Stadtraum Tübingens und schafft gleichzeitig Flächen für zukünftige Innovationen.

Kontext

Die Medizinische Fakultät ist konstitutiver Bestandteil der 1477 gegründeten Eberhard Karls Universität, die Tübingen bis heute den Ruf einer Universitätsstadt mit herausragenden Lehr- und Lernbedingungen einbringt. In den mehr als 500 Jahren ihrer Geschichte ist sie um zahlreiche Einrichtungen, Kliniken und Areale gewachsen, die sich über die gesamte Stadt verteilen. Eine Erneuerung dieser Gebäude und Umgebungen birgt diverse Herausforderungen, die von der Behebung von Bauschäden und -mängeln bis hin zu der kompletten Neustrukturierung des Areals reichen. Als eine zentrale Nutzungsfläche im Stadtkern Tübingens ist das Klinikareal nicht nur ein Ort für zukunftsweisende medizinische Forschung und Praxis, sondern birgt darüber hinaus auch ein enormes soziales Potential.

 
»Gesundheitsarchitekturen müssen in besonderer Weise die Struktur des Ortes, in den sie eingebunden sind, erfassen und verstehen. Es gibt aber auch allgemein gültige Anforderungen an die Architektur einer Klinik, die nach neutralen, flexiblen Lösungen verlangen und der Zukunft gerecht werden. Gleichzeitig müssen wir uns mit der Frage beschäftigen, weshalb Menschen sich in Krankenhäusern unwohl fühlen, obwohl Krankenhäuser und Menschen so sehr voneinander abhängen. Wie können wir architektonisch auf dieses Unwohlsein reagieren?«
Edzard Schultz, Architekt
Heinle, Wischer und Partner Freie Architekten
»Gesundheitsarchitekturen müssen in besonderer Weise die Struktur des Ortes, in den sie eingebunden sind, erfassen und verstehen. Es gibt aber auch allgemein gültige Anforderungen an die Architektur einer Klinik, die nach neutralen, flexiblen Lösungen verlangen und der Zukunft gerecht werden. Gleichzeitig müssen wir uns mit der Frage beschäftigen, weshalb Menschen sich in Krankenhäusern unwohl fühlen, obwohl Krankenhäuser und Menschen so sehr voneinander abhängen. Wie können wir architektonisch auf dieses Unwohlsein reagieren?«
Edzard Schultz, Architekt
Heinle, Wischer und Partner Freie Architekten
Ansicht einer Skizze zum Universitätsklinikum
Arbeitsmodell und Skizzen des Universitätsklinikums
Erläuterung einer Skizze zum Universitätsklinikum
Das Arbeitsmodell des Universitätsklinikums
3D-Modell des Universitätsklinikums auf einem Bildschirm
Visualisierung des Außenbereichs am Universitätsklinikum
Visualisierung 2 des Außenbereichs am Universitätsklinikum
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»Die Kunst des Planens ist der Dialog. In einem guten Dialog werden Gedanken nicht aufoktroyiert, sondern vermittelt. Um Menschen zu begeistern, muss man auch mal das Undenkbare denken – und dann müssen diese Visionen mit einer sachlichen Kompetenz verknüpft werden, sonst glaubt einem am Ende keiner. Was wir brauchen, sind pragmatische Visionäre.«
Edzard Schultz, Architekt
Heinle, Wischer und Partner Freie Architekten
 

Prozess

Prozess

Am Planungsprozess für eine moderne Stadtentwicklung, die gleichermaßen Gesundheitsarchitekturen, Orientierungssysteme und Mobilitätskonzepte einschließt, sind diverse Akteure mit teils konträren Interessen beteiligt. Darum ist die iterative Gestaltung der Prozesse von herausragender Bedeutung. In der Entwicklung zahlreicher Varianten nähert man sich sukzessive dem Kern eines Konzepts, das die Bedürfnisse aller beteiligten Interessengruppen abbildet und dabei den Anforderungen an eine zeitgemäße, soziale Architektur gerecht wird.


Tübingen bietet dafür eine spektakuläre Kulisse: Das Klinikgelände auf dem Schnarrenberg, von dem aus sich sowohl die umliegende Landschaft als auch der historische Stadtkern betrachten lassen, die alten, klassizistischen Klinikgebäude, der teils denkmalgeschützte Baubestand der Innenstadt und das altehrwürdige Universitätsgelände im Osten Tübingens bilden einen vielseitigen Rahmen, der gesamtkompositorisch neu bespannt werden muss. Die Aufwertung der einzelnen Bestandteile des Stadtbildes und ihre sinnvolle, produktive Verknüpfung sind die ambitionierten Ziele dieses Projektes.

Skizze von Edzard Schulz zum Universitätsklinikum Tübingen

Verschiedene Nutzungsszenarien werden nicht länger hermetisch voneinander getrennt, so wie es lange Zeit ein stadtplanerisches Dogma war, sondern neu zusammengeführt und miteinander in die Stadt hinein verbunden.

Verschiedene Nutzungsszenarien werden nicht länger hermetisch voneinander getrennt, so wie es lange Zeit ein stadtplanerisches Dogma war, sondern neu zusammengeführt und miteinander in die Stadt hinein verbunden.

Für die Konversion des vormaligen Talklinikums in Tübingen wurde in der Planung die subtraktive Annäherung gewählt. Räume entstehen nicht in der Folge additiver Bausteine, sondern durch das »Freischälen« der Stadtkubatur, auch in der dritten Dimension. Mit dieser Methode, die auf einer skulpturalen Ebene die Stadt analysiert, soll der Prozess der Quartiersentwicklung mehrdimensional vermittelt werden.

Für die strategische Masterplanung werden Varianten gebildet. Die dreidimensional-haptische, intuitive Versuchsanordnung verschiedener Szenarien am Arbeitsmodell wird durch Filmsequenzen anschaulich animiert. So wird den unmittelbaren und unvoreingenommenen Gedanken im Entwurfsprozess freien Lauf gelassen.

 

Für die Konversion des vormaligen Talklinikums in Tübingen wurde in der Planung die subtraktive Annäherung gewählt. Räume entstehen nicht in der Folge additiver Bausteine, sondern durch das »Freischälen« der Stadtkubatur, auch in der dritten Dimension. Mit dieser Methode, die auf einer skulpturalen Ebene die Stadt analysiert, soll der Prozess der Quartiersentwicklung mehrdimensional vermittelt werden.

Für die strategische Masterplanung werden Varianten gebildet. Die dreidimensional-haptische, intuitive Versuchsanordnung verschiedener Szenarien am Arbeitsmodell wird durch Filmsequenzen anschaulich animiert. So wird den unmittelbaren und unvoreingenommenen Gedanken im Entwurfsprozess freien Lauf gelassen.

 

»Raum für Gesundheit« - Impulse für eine zukunftsoffene Architektur

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